19.11.2010

Twichteln- Wie sich ein hassgeliebter Brauch im Internet unsterblich macht

Wichteln kennt jeder, ein zum vorweihnachtlichen Brauchtum gehörendes Zeremoniell.

Ein zugelostes Opfer beglückt man mit einem mehr oder weniger sinnfreiem Geschenk.
Wenn man Glück hat bzw. der Schenkende sich Mühe gibt, dann kann man in dem Geschenk den Bezug zur eigenen Person erkennen, oder so....

Der Reiz liegt wohl in der zufälligen Beziehung zwischen Schenker und Beschenkten.
In grauen Vorzeiten vers
chwand das Zettelchen mit dem eigenen Namen in einer Box, um dann unter viel Hallo und Trara gezogen zu werden.
Heute geht so etwas über Twitter und nennt sich Twichteln und kommt aus dem Twichtelland .

Sozusagen als Upgrade ist nicht Schluss nach der Bescherung, sondern
Zitat: "Und auch wenn du dein Geschenk bekommen hast, ist der Spaß noch lange nicht vorbei. Denn nun geht das große Rätselraten los: Wer hat dir dein Twichtel-Päckchen geschickt? Und freut sich dein Twichtel auch über dein Geschenk? Willst du dich als Schenker zu Erkennen geben oder machst du dir einen Spaß draus, geheim zu bleiben?"
Für meine Ohren könnte das auch eine Drohung sein- ich schenke lieber Menschen zu denen ich in einer selbstgewählten Beziehung stehe, als in einer per Los gewählten.

Quelle: